Das Leben ist nicht immer schön.

Diesen Satz hat mal eine Bekannte zu mir gesagt, und er trifft genau die Stimmung der letzten Wochen, denn sie waren nicht schön für mich.

Zuerst die Untersuchungen, die bestätigten, dass der Krebs munter vor sich hin wächst, und dann habe ich starke Schmerzen bekommen. So stark, dass ich mitten in der Nacht ins Krankenhaus gekommen bin. Die Phrase "sich vor Schmerzen winden" hat eine neue Bedeutung für mich bekommen.

Aber die eingeleitete Schmerztherapie hilft mir gut, und ich kann sagen, dass ich so gut wie fast immer schmerzfrei bin.

Leider bin ich durch die Schmerzen, Krankenhausaufenthalte und die neue Krebstherapie ziemlich mitgenommen.

Ich bin sehr schnell erschöpft und müde, Haushalt versorgen ist so gut wie unmöglich. Der Aufstieg in den 1. Stock in meinem Haus wird zur Kraftprobe.

Aber ich gehe jetzt einen Schritt nach dem anderen. Jeden Tag fühle ich mich ein bisschen besser, und laut meinen letzten Befunden scheint die Therapie anzuschlagen.
Das ist ein weiterer Grund für mich positiv in die Zukunft zu sehen.

1 Kommentar 2.12.11 11:20, kommentieren

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Meltdown

Ich weiß nicht mehr, wie lange ich das alles noch aushalte.
Es geht mir psychisch so schlecht wie schon lange nicht mehr.

Am Donnerstag hatte ich einen nervlichen Zusammenbruch.
Die Gefühllosigkeit, Gedankenlosigkeit mit der man im Krankenhaus behandelt wird, macht mich einfach fertig.
Unsensible Ärzte, die mir baldige starke Schmerzen prophezeien, Krankenschwestern, die anderen anscheinend gerne unnötige Schmerzen zufügen.

Wahrscheinlich bin ich übersensibel, aber manche Aussagen und Taten in meinem Krankenhaus tun einfach sehr weh, und ich kann sie zurzeit nicht an mir abprallen lassen.

Ich habe zur Zeit kein Vertrauen in meine Ärzte, ich fühle mich ihnen einfach nur ausgeliefert.

Donnerstag war einfach der Höhepunkt. Einige Untersuchungen waren geplant. Um 8 Uhr mußte ich nüchtern im Krankenhaus erscheinen, Blutabnahme, dann Schädel MR, dann EKG und Herzecho und um 13 Uhr Abdomen CT (nüchtern!). Ich hatte also bis 13 Uhr nichts gegessen und hauptsächlich Kontrastmittel getrunken. Nach der letzten Untersuchung, war mir dann schon schlecht vor Hunger. Ich habe mir dann ein Weckerl vom Bäcker besorgt, das ist aber nicht lange drin geblieben. An diesem Abend war ich jedenfalls fix und fertig.

Manchmal wünsche ich mir, mein Arzt und die Krankenschwestern könnten nur für einige Zeit meinen Platz einnehmen. Würden sie dann auch so handeln?

1 Kommentar 30.10.11 08:52, kommentieren

35 Grad im Schatten

Diese Hitze macht mich körperlich völlig fertig. Gestern stand ich knapp vor einem Kreislaufzusammenbruch. Mir wurde schon schwarz vor den Augen, und so habe ich fast den ganzen Tag im Bett verbracht. Schon lange nicht habe ich mich so elend und so krank gefühlt.

Morgen Freitag soll der Höhepunkt der Hitze sein, 36 Grad, und dann soll es langsam kühler werden. Ich kann es kaum erwarten.

Anfang August hatte ich mein Schädel MRT. Meine Filiale im Hirn hat sich verkleinert und ist "nekrotisch imponierend". Manchmal ist die Wortwahl in den Befunden schon witzig.

Aber es sind gute Nachrichten, und dass ist die Hauptsache.
Die Tablettenchemo läuft weiter, Ende September gibt es dann wieder ein Kontroll CT. Und so ist mein Leben bestimmt von Arztbesuchen, Kontroll CTs, Kontroll MRTs, Besorgen von Medikamentenrezepten und Apothekenbesuchen.

Dazwischen versuche ich einfach zu leben, mir Gutes zu tun, mich an Schönem erfreuen. Das ist nicht immer leicht.

1 Kommentar 25.8.11 17:12, kommentieren

Ich bin arbeitsfähig, wunderbar

Gestern war ich beim Chefarzt der Gebietskrankenkasse. Er hat mir zwar noch 3 Wochen Krankenstand genehmigt, aber ich soll sofort bei der Krankenkasse anrufen, wenn ich wieder arbeiten will.

Denn eine orale Chemotherapie ist kein Hinderungsgrund zu arbeiten, wenn ich eine 3 wöchige intra venöse Chemotherapie hätte wäre das natürlich ganz anders. Hallo gehts noch? Ich hab mir gedacht ich hör nicht recht. Anscheinend sehe ich viel zu gesund aus.

Ich habe dem lieben Arzt gesagt, dass er mir nichts über die Chemotherapien sagen muss, denn ich habe wirklich schon jede Form davon mitgemacht.

Am meisten wehgetan hat mir aber seine Ansage: Ich wünsche Ihnen ja, dass sie gesund werden. Wie sagt meine Nichte so schön: Verarschen kann ich mich selber. Habe ich überreagiert oder ist der Arzt ein A..., dass er eine solche Aussage macht? Ich weiss, dass meine Chancen "gesund" zu werden bei Null stehen. Sollte ein Arzt, auch wenn er kein Onkologe ist, das nicht auch wissen?

Leider habe ich wieder Nerven und Energie wegen diesem Vorkommen verschwendet.

Nächsten Mittwoch erfahre ich, wie meine Bestrahlung gewirkt hat.

3 Kommentare 29.7.11 08:15, kommentieren

Mein letzter Sommer?

Viel hat sich in den letzten Wochen getan. Meine Metastase im Gehirn wurde bestrahlt, dass soll sie zerstören. Die Metastasen in der Leber sind gewachsen (hätte mich ja auch gewundert, wenn es anders gewesen wäre). Deshalb gibt es auch wieder Chemo. Diesmal in Tablettenform, das sind 13 Tabletten pro Tag. Wenigstens habe ich keine Probleme beim Tablettenschlucken.

Ich komme mir richtig antriebslos vor. In meinen Job werde ich wohl nicht zurückkehren, das ist mir zu anstrengend. Ich schlafe 10 Stunden pro Tag und bin trotzdem müde.
Ich sitze herum und es scheint mir, als würde ich auf den Tod warten. Ich habe immer dieses Bild vor mir: ich sitze in meinem Garten, schaue in die Ferne und sehe den Tod und er winkt mir schon zu und kommt jeden Tag einen Schritt näher.

Ich frage mich schon, warum ich mir das alles antue, die ganzen Nebenwirkungen. Wie lange wird es dauern, bis sich wieder was in meinem Hirn bildet? Was ist besser? An Leberversagen zu sterben oder durch Gehirnmetastasen?

1 Kommentar 21.7.11 10:20, kommentieren

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